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„Electric Defender“: Land Rover enthüllt auf dem Genfer Salon eine E-Version des 4x4-Klassikers

FEBRUAR, 28, 2013

 Ein Klassiker von Land Rover steht auf dem Genfer Automobilsalon 2013 besonders unter Strom: Der britische Geländewagen-spezialist enthüllt sein Forschungsprojekt „Electric Defender“.

Das Projekt besteht aus sieben Fahrzeugen des 4x4-Modells, die komplett elektrisch angetrieben werden – ohne Abstriche bei der Geländetauglichkeit zu machen, für die der Defender steht. Nach der Weltpremiere auf dem Genfer Salon will Land Rover mit den Electric Defender-Modellen wichtige Erkenntnisse über emissionsfreie Antriebe für künftige Baureihen sammeln.

„Innovationen zählen zum Kern unserer Marke. Unsere Ingenieure arbeiten daher verstärkt an neuen technischen Lösungen, die das Thema nachhaltige Mobilität noch stärker in den Fokus rücken“, kommentiert Land Rover Global Brand Director John Edwards das Forschungsprojekt Electric Defender.

In den in Genf vorgestellten elektrischen Varianten wurden Dieselmotor und Getriebe des Defender durch neue Komponenten ersetzt: ein 95 PS (70 kW) starker Elektromotor mit 330 Nm Drehmoment sowie ein 300-Volt-Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 27 kWh. Sie ermöglichen dem Electric Defender eine Reichweite auf der Straße von rund 80 Kilometern. Im Gelände, in dem der 4x4-Klassiker häufig mit geringerem Tempo bewegt wird, kann sich die Akku-Reichweite des Elektromodells sogar auf bis zu acht Stunden erhöhen. Anschließend erlaubt ein 7-kW-Schnellladegerät die Aufladung des Akkus in nur 4 Stunden, während mit einem 3-kW-Standard-Ladegerät etwa 10 Stunden benötigt werden.
Ungeachtet seiner emissionsfreien und geräuschlosen Kraftquelle macht der Defender auch in seiner Strom-Ausführung keinerlei Kompromisse beim Antrieb: Wie die konventionellen Geschwister verfügt der Electric Defender über die bewährte Kombination aus permanentem Allradantrieb und mittlere Differenzialsperre. Da der Elektromotor sein Drehmomentmaximum vom Start weg zur Verfügung stellt, konnte hier jedoch auf eine Gangschaltung verzichtet werden. Der elektrische Defender besitzt lediglich ein mit dem Faktor 2,7 untersetztes einstufiges Getriebe, das mit dem Vierradantrieb gekoppelt ist. Darüber hinaus wurde in das E-Modell eine die von Land Rover erfundene „Terrain Response“-Steuerung aller maßgeblichen Systeme integriert.

Bei der Entwicklung des Electric Defender konnten die Spezialisten des Advanced Engineering Teams von Land Rover auf die positiven Erfahrungen zurückgreifen, die sie mit „Leopard 1“ gesammelt haben – einem Elektroauto auf Defender-Basis. Die neue Elektroversion des Defender wurde nun intensiv getestet: im extremen Gelände ebenso wie auf der Straße. Der Electric Defender bewies dabei, dass er viel mehr zu leisten vermag als herkömmliche, für den Straßeneinsatz konzipierte Elektroautos. So zog der E-Defender beispielsweise einen 12 Tonnen schweren Anhänger eine 13-prozentige Steigung hinauf und meisterte 800 Millimeter tiefe Wasserdurchfahrten problemlos.

Der rund 410 Kilo schwere Akku des Electric Defender ist im Motorraum, am Platz des Dieselmotors untergebracht. Das Leergewicht beträgt zwischen 2055 und 2162 Kilogramm, je nachdem, ob der E-Motor den Defender als Pick Up, Hard Top oder Station Wagen antreibt. Das sind rund 100 Kilo mehr als ein kraftstoffbetriebener Defender.

Eine weitere Änderung betrifft die Kühlung. Hierfür nutzt der Electric Defender Luft an Akku, Wechselrichter und Motor statt der sonst üblichen Kühlflüssigkeit. Dies spart dem Elektromodell Gewicht, verringert die Komplexität des Systems und optimiert die Robustheit. Das rekuperative Bremssystem erfuhr gleichfalls eine Verbesserung: Bei der Nutzung der Bergabfahrhilfe „Hill Descent Control“ können bis zu 30 kW erzeugt werden. Der Akku selbst lässt sich maximal mit 54 kW Leistungsaufnahme äußerst rasch laden – und zwar ohne die Lebensdauer des Akkus zu beeinträchtigen.

Dank dieser Schnellladefähigkeit kann praktisch die gesamte regenerative Energie genutzt und gespeichert werden. Je nach Umgebungsbedingungen lassen sich bis zu 80 Prozent der kinetischen Energie des Fahrzeugs auf diese Weise wiedergewinnen.

Antony Harper, Leiter Forschung bei Jaguar Land Rover, erklärt: „Das Projekt Electric Defender ist für Land Rover ein rollendes Labor, mit dem wir die Möglichkeiten des Elektroantriebs untersuchen – und zwar selbst unter härtesten Offroad-Bedingungen. Auf diesem Weg können wir innovative Technologien entwickeln und testen, die eines Tages in Land Rover-Serienmodellen zum Einsatz kommen werden.“

Derzeit plant Land Rover keine Serienproduktion des Electric Defender. Allerdings werden die sieben in Genf vorgestellten Fahrzeuge im Lauf des Jahres verschiedene Einsätze unter Praxisbedingungen absolvieren.

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